1833 entwickelte der englische Mathematiker Charles Babbage die Analytical Engine. Sie besaß die Grundstruktur der auch noch heute gebräuchlichen Computer: eine zentrale Steuerung, die die einzelnen Rechenschritte organisiert, einen Speicher sowie Eingabe- und Ausgabeeinrichtung. Als Speichermedium waren Lochkarten vorgesehen. Diese waren von der Steuerung von Webstühlen bekannt. Der Bau dieser Maschinen konnte jedoch nicht realisiert werden. Weitaus bekannter dürften, da sie funktionsfähig und besser eingesetzt waren, die Maschinen von Hermann Hollerith sein. Seine Lochkartenmaschinen wurden bei der Volkszählung 1890 in den USA eingesetzt1. In Pappkarten wurden Löcher eingestanzt, welche Informationen über bestimmte statistische Kriterien darstellten. Metallische Stifte tasteten die Oberfläche der Karten ab und wenn sie auf ein Loch trafen, wurde ein Stromkreis mit dem ebenfalls metallischen Untergrund geschlossen. Durch ihre mechanische Funktionsweise konnte jedermann die Maschinen studieren.
Konrad Zuse versuchte als erster, Prozesse, die bisher mechanisch abliefen, mit elektromechanischen Bauteilen auszuführen. Das Ergebnis dieser Bemühungen war der Rechner Z3, dessen Schaltungen auf 2.600 Telefonrelais basierten. Die Rechengeschwindigkeit war so langsam, dass die Anlage praktisch nicht eingesetzt wurde. Andere seiner Rechner wurden jedoch zu Materialprüfungen eingesetzt. Im weiteren Verlauf der Rechnerentwicklung kamen Elektronenröhren zum Einsatz (ENIAC 1945). Der entscheidende Durchbruch jedoch war die Entwicklung der Halbleitertechnik, der Transistoren und der Integrierten Schaltkreise (1948). Bei diesen technologischen Neuerungen wurde mittels Strom gesteuert. Damit nahm die Entwicklung der Computertechnik einen rasanten Verlauf. Mit dem Computer ist heute die Nutzung des Internets untrennbar verbunden.
Seit 1962 wurde in den USA an der Netzwerktechnik geforscht und 1968 wurde das ARPANET, der Vorläufer des Internet entwickelt. So entstand ein komplexes System von Hardware und Software. Es gibt spezielle Dienste (beispielsweise Telnet-Spezifikation 1972 RFC 318) in diesem Netz und es bilden sich neue Forschungs- und Berufszweige heraus. Das Internet wurde anfangs hauptsächlich von Forschern und Studenten benutzt, es verbandt vorerst auch nur Universitäten und Forschungseinrichtungen. 1981 wurden die ersten Personalcomputer (PC) entwickelt. Die Computertechnik öffnet sich damit für einen breiten Kreis interessierter Anwender außerhalb des akademischen und militärischen Bereiches. In den folgenden Jahren wurden verschiedene organisatorische Eckpunkte (Protokolle) für den Betrieb des Internet festgelegt. Dazu gehören 1974 das Transmission Control Protocol (TCP), 1982 das Internet Protocol (IP) und das Domain Name System (DNS). 1991 wird das World Wide Web (WWW) vom Genfer Forschungszentrum CERN initiiert. Es verfügt über eine grafische Benutzeroberfläche. Das Hypertext Transfer Protocol ermöglicht eine einfache Weiterleitung der Nutzer zu den verstreuten Informationen. Nach 1990 entwickeln sich Begriffe wie: Suchmaschine, Surfing the Internet, Browser u.v.m., die heute schon zum alltäglichen Sprachgebrauch gehören.
Im Vergleich zur offiziellen Entwicklung weit weniger beachtet entsteht eine Art zweite Realität mit eigenen Zeichen, eigenen Gesetzen und "neuen Bewohnern". Dieses neue Universum musste (und muss auch jetzt noch) erklärt werden. Ein solch komplexes, abstraktes und virtuelles System wurde nun erstmalig erklärt. Genau diese Erklärungen sollen Gegenstand dieses Buches sein. Metaphern helfen seit jeher, schwer Verständliches zu fassen. Erklären mit anderen Worten, erklären mit Hilfe schon bekannter Sachverhalte. Mit Metaphern bauen wir unsere Welt.